Tässä kardinaali Castrillon Hoyosin haastattelu Die Tagespost -lehdestä.  Englanniksi sen voi lukea vaikka täältä.

Die alte Messe steht für die Vielfalt des Guten

Der Präsident der Kommission Ecclesia Dei, Darío Kardinal Castrillón Hoyos, hofft auf Versöhnung mit der Priesterbruderschaft Pius X.

Von Regina Einig

Worum geht es bei der Freigabe der alten Messe?

Der Heilige Vater hat ein enormes Feingefühl für litur gische Spiritualität und möchte einen Schatz der Kirche erhalten – und zwar nicht fürs Museum, sondern als lebendiges Erbe für die Gemeinsch aft, damit die Menschen, die ein Gespür für Tradition haben, in den Ge nuss dieses Reichtums kommen. Mich überrascht immer wieder, dass junge Menschen, die den alten Ritus zuvor nicht kannten, die Ruhe und das M ysterium der alten Messe entdecken. Es kommt darauf an, beide Riten ni cht gegeneinander auszuspielen, sondern die Schönheit und Heiligkeit i n beiden zu sehen.

Viele Traditionalisten klagen, dass Bischöfe das Motu proprio „Ecclesia Dei” kaum beachten und die al te Messe keineswegs großzügig erlauben. Ist das Indult eine Reaktion d arauf?

In erster Linie möchte der Papst als univer saler Hirte den Gläubigen entgegenkommen, die ein Gespür für die tradi tionelle Liturgie haben. Er gibt dabei keinem äußeren Druck nach, auch nicht Unterschriftenlisten. Es geht um einen heiligen Ritus, den die Kirche seit mehr als tausend Jahren feiert. Ich möchte nicht hart zu m einen bischöflichen Mitbrüdern sein, von denen sich manche gegen die F orderungen von „Ecclesia Dei“ sträuben. Manche haben kaum Priester für die Sonntagsmessen in den Pfarreien und tun sich deswegen schwer dami t, für kleine Gruppen Messen zu genehmigen. Das Motu proprio macht ke ine Zahlenangaben. Manche fürchten eine liturgische Spaltung. Aber der Heilige Vater hat schon als Mitglied der Kommission Ecclesia Dei klar gestellt, dass die alte Messe weder schlecht ist noch spaltet, sonde rn für die Vielfalt des Guten steht.

Könnte das In dult neue Experimente und Formen liturgischer „Kreativität“ fördern?</ p>

Entscheidend ist, wie die Kirche Gläubige und Pries ter anleitet. Denken wir an die Zehn Gebote. Obwohl sie klar formulier t sind, leben die Christen sie nicht zur Gänze. Am Dekalog ändert das nichts. Das fällt in die Verantwortung des Einzelnen.

Kardinal Ratzinger hat die alte Messe mehrfach öffentlich gefeiert Warum hat er es seit dem Konklave nicht mehr getan?

Ich weiß, dass der Heilige Vater den alten Ritus liebt. Über seine Entscheidungen zur persönlichen Zelebration weiß ich nichts und ich m öchte nicht darüber spekulieren.

Fördert das Indul t die Ökumene „ad intra“?

Sehen Sie es mir nach, d ass ich den Begriff „Ökumene ad intra“ ablehne. Die Bischöfe, Priester und Gläubigen der Priesterbruderschaft Pius X. sind keine Schismatike r. Erzbischof Lefèbvre hat mit der unerlaubten Bischofsweihe eine schi smatische Handlung vollzogen. Daher sind die von ihm geweihten Bischöf e suspendiert und exkommuniziert. Die Priester und Gläubigen der Brude rschaft sind nicht exkommuniziert. Sie sind keine Häretiker. Ich teile die Furcht des heiligen Hieronymus, dass Häresie zum Schisma führt un d umgekehrt. Die Gefahr eines Schismas ist groß, etwa durch systematis chen Ungehorsam gegenüber dem Heiligen Vater oder durch Leugnen seiner Autorität. Es geht um einen Dienst der Nächstenliebe, damit die Pries terbruderschaft die volle Gemeinschaft mit dem Heiligen Vater gewinnt und die Heiligkeit der neuen Messe anerkennt.

Und die Sakramentenpastoral?

Da sehe ich keine Problem e. Der Heilige Vater hat beim Konsistorium klargestellt, dass die Bisc höfe Taufen, Firmungen und Hochzeiten im alten Ritus genehmigen können Was für die Eucharistie gilt, gilt auch für die anderen Sakramente.